Der Name des Vaters

Zu dem Thema »Der Name Gottes« gibt es verschiedene Ansichten. Viele Menschen glauben der Name Gottes laute Jehova oder Jahwe. Andere sind davon überzeugt es sei Yahuwah. Wieder andere haben sich zu dem Thema vielleicht noch gar keine Gedanken gemacht, da sie den Vater immer mit HERR anrufen.

Dieser Beitrag ist das Ergebnis meiner Nachforschung. Er soll dem Suchenden eine Hilfestellung sein. Ich möchte den Inhalt dieses Beitrags nicht als normative Glaubensaussage klassifizieren und bitte jeden diese Informationen für sich selbst zu prüfen!

 


יהוה

Das Tetragramm

Das Wort Tetragramm ist eine griechische Bezeichnung der vier hebräischen Konsonanten , welche den Gedenknamen Gottes  repräsentieren.

Es erscheint im Tanach über 6200 mal und gilt somit als der weitaus häufigste verwendete Eigenname der hebräischen Schriften.

 


Die Beudeutung

Und Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israels komme und zu ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mich fragen werden: Was ist sein Name? – was soll ich ihnen sagen?

Gott sprach zu Mose: »Ich bin, der ich bin!« Und er sprach: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: »Ich bin«, der hat mich zu euch gesandt.

-2. Mose 3:13-14 (Schlachter 2000)

 

Diese Bibelverse helfen dabei die Bedeutung Seines Namens zu verstehen.

Mose fragt Gott was er den Kindern Israels antworten soll, wenn diese ihn nach Gottes Namen fragen und Gott entgegnet ihm mit der Aussage …

 

Ich bin, der ich bin!
(Schlachter 2000)

Ich werde sein, der ich sein werde.
(Lutherbibel 1984)

Ich werde mich erweisen, als was ich mich erweisen werde.
(Neue-Welt-Übersetzung)

Ich bin da
(Gute Nachricht Bibel)

 

Gott antwortet Mose nicht mit seinem „buchstäblichen“ Namen, sondern vielmehr mit der Bedeutung seines Namens! Zwar gibt es verschiedene Übersetzungen dieser Bibelstellen, jedoch haben alle dieselbe Bedeutung:

 

Gott WAR, Gott IST und Gott WIRD SEIN!

Er ist der Gott, der EXISTIERT!

Er ist der LEBENDIGE GOTT! (vgl. Jeremia 10:10)

 


Sein Gedenkname

Und weiter sprach Gott zu Mose: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: Der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt; das ist mein Name ewiglich, ja, das ist der Name, mit dem ihr an mich gedenken sollt von Geschlecht zu Geschlecht.

-2. Mose 3:15 (Schlachter 2000)

 

Nun könnte man meinen wir sollen an Gott mit »HERR« gedenken. Jedoch ist »HERR« kein Name, sondern ein Titel bzw. eine Form der Anrede für Männer.

Das hebräische Wort, welches in deutschsprachigen Bibeln oft mit »HERR« übersetzt wird, lautet » יהוה «. Es ist das zuvor erwähnte Tetragramm, d. h. die vier hebräischen Konsonanten, welche Gottes Gedenknamen repräsentieren.

Da Juden den göttlichen Eigennamen     aus Ehrfurcht vor dessen Heiligkeit nicht aussprechen, wird aus der Tora und im Gebet stattdessen Adonai („mein Herr“) gelesen. Daher beruht wahrscheinlich die Tradition unseren Gott mit »HERR« zu betiteln.

 

Und wie lautet dann Sein Gedenkname?

Um diese Frage zu beantworten müssen wir uns das hebräische Wort, welches Seinen Namen repräsentiert, genauer ansehen:  

Betrachten wir zunächst die ersten beiden Konsonanten Seines Gedenknamens. Im Hebräischen lesen und schreiben wir, anders als im Deutschen, von rechts nach links. Daher handelt es sich bei den ersten beiden Konsonanten um Folgende:  

 


יה – Yah – Der Name Gottes

Der Name »Yah« (  ) taucht über 40 mal im sogenannten Alten Testament auf. Unter anderem im Buch des großen Propheten Jesaja:

 

Siehe, Gott ist mein Heil; ich will vertrauen und lasse mir nicht grauen; denn Jah, der HERR, ist meine Kraft und mein Lied, und er wurde mir zur Rettung!

-Jesaja 12:2 (Schlachter 2000)

Vertraut auf den HERRN allezeit, denn Jah, der HERR, ist ein Fels der Ewigkeiten!

-Jesaja 26:4 (Schlachter 2000)

 

In diesen beiden Bibelversen lesen wir (zumindest in der Schlachter Bibel Version 2000) »Jah, der HERR«.

Im Hebräischen finden wir dort die beiden Namen        , wobei  mit »Jah« und mit »der HERR« übersetzt wurde.

Auch in den Psalmen können wir den Namen Gottes lesen…

 

HalleluYah

Wir aber wollen den HERRN preisen von nun an bis in Ewigkeit.
Hallelujah!

-Psalm 115:18 (Schlachter 2000)

 

Den Ausruf Halleluja haben die meisten Menschen schon mal gehört. Dieser ist eine Kombination aus »Yah«     und »Halal« und bedeutet: Lobt Yah!

Zum besseren Verständnis folgen nun einige Psalmen in denen wir dort, wo wir im Hebräischen das Wort » « lesen, den Titel HERR mit dem Namen Yah ersetzen:

 

Alles, was Odem hat, lobe Yah!
HalleluYah

-Psalm 150:6

Ich rief zu Yah in meiner Not, Yah antwortete mir und befreite mich.

-Psalm 118:5

Denn Yah hat sich Jakob erwählt, Israel zu seinem besonderen Eigentum.

-Psalm 135:4

Singt Gott, lobsingt seinem Namen! Macht Bahn dem, der durch die Steppen fährt, Yah ist sein Name, und frohlockt vor ihm!

-Psalm 68:4 / 5

 

Des Weiteren hören wir anhand des Ausrufs »HalleluYah!«, dass das »h« ( hebräisch: ) am Ende einer Silbe (hier: Yah) stumm ist!

 

»Yah« oder »Jah«

Beginnt der Name Gottes mit einem »y« oder mit einem »j«? Und sollten wir überhaupt auf so eine Kleinigkeit achten?

Im Deutschen würde es zwar keinen Unterschied in der Aussprache ergeben. Wenn wir uns jedoch beispielsweise die englische Aussprache anhören, stellen wir sehr wohl einen Unterschied fest. Dort klingt das »j« wie der Laut »Dsch« aus dem Wort »Dschungel«.

Der y-Laut ähnelt sowohl im Deutschen als auch im Englischen dem deutschen »i«, wie in »HalleluYah!«.

 

Althebräisches Alphabet

Das althebräische Alphabet besteht aus 22 Zeichen, die ursprünglich nur Konsonanten darstellen.

 

Althebräische Vokale

Für semitische Sprachen wird angenommen, dass ursprünglich nur die drei Vokale »i«, »a« und »u« existierten und die übrigen Vokale durch Umwandlung dieser drei entstanden sind.

 

Hayah

Betrachen wir erneut den Vers aus dem 2. Buch Mose:

Gott sprach zu Mose: »Ich bin, der ich bin!« Und er sprach: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: »Ich bin«, der hat mich zu euch gesandt.

-2. Mose 3:14 (Schlachter 2000)
Das hebräische Wort, welches mit »Ich bin« übersetzt wurde, lautet »HaYah« und bedeutet unter anderem »Sein« und »Werden«.

Unterteilen wir das Wort in seine einzelnen Silben erhalten wir die Silben Yah     und Ha und finden auch hier Gottes Namen wieder.

 

Hebräische Silbenbildung

Im Hebräischen unterscheidet man zwei Arten von Silben, nämlich zwischen offenen und geschlossenen Silben.

Endet eine Silbe mit einem Vokal (KV), so ist es eine offene Silbe.
Endet eine Silbe auf einen oder zwei Konsonanten (KVK, KVKK), letzteres nur am Wortende, so handelt es sich um eine geschlossene Silbe.

Die Silbe Yah  ( ) aus dem Wort »HaYah« ist demnach eine geschlossene Silbe:

   (Konsonant)
a   (Vokal)
  (Konsonant)

Y   (Konsonant)
a   (Vokal)
h   (Konsonant)

Das hebräische wird zwar wie ein »i«, d. h. wie ein Vokal gesprochen, jedoch sind alle 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets Konsonanten!

Der einzige Vokal der Silbe Yah ist das »a« zwischen den beiden Konsonanten.

 


יהוה Yahuah – Gottes Gedenkname

ו – U, v oder w ?

Wie wurde das hebräische (Waw) ursprünglich ausgesprochen?

Proto-semitische Schrift

Das proto-semitische Alphabet (auch genannt proto-sinaitisches Alphabet) ist vermutlich der gemeinsame Ursprung aller 22-buchstabigen nordwestsemitischen Konsonantenschriften.

Es wird angenommen, dass es um 1700 v. Chr. unter dem Einfluss der ägyptischen Hieroglyphen auf der Sinai-Halbinsel entstand.

Das Schriftzeichen des proto-semitischen Waw:

Über Lautwert und Bedeutung des Buchstaben Waw im proto-semitischen Alphabet ist nichts bekannt, das entsprechende Symbol stellt einen Haken oder eine Keule mit rundem Kopf dar.

Phönizische Schrift

Die phönizische Schrift wurde im 11. Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern durch Abstrahierung der proto-semitischen Schrift entwickelt.

Das Schriftzeichen des phönizischen Waw:

Die althebräische Schrift ist eine Variante der phönizischen Schrift.

Das Schriftzeichen des althebräischen Waw:

Im phönizischen Alphabet öffnete der Buchstabe seinen runden Kopf und sah aus wie ein abgerundetes Y. Der Buchstabe erhielt den Namen Waw und wurde verwendet, um den Lautwert [w] darzustellen (konsonantisch benutzter u-Laut, ähnlich dem »u« in Bauer)!

»Hörbeispiel Lautwert [w]«

Griechisches Alphabet

Die griechische Schrift ist eine Weiterentwicklung der phönizischen Schrift und war die erste Alphabetschrift im engeren Sinne.

Das Schriftzeichen des griechischen Ypsilon:

In das griechische Alphabet wurde der Buchstabe als Ypsilon aufgenommen. Im Frühgriechischen war der Lautwert des Ypsilon der dem [w] entsprechende Vokal [u].

Altitalisches Alphabet

Das altitalische Alphabet basiert auf dem griechischen Alphabet und diente als Grundlage für das lateinische Alphabet.

Es wurde auch zur Verschriftlichung anderer Sprachen benutzt, u. a. in einer Variante für die etruskische Sprache.

Das Schriftzeichen des etruskischen V: 

Die Etrusker übernahmen das frühgriechische Ypsilon und dessen Lautwert. Mit der Zeit verschwand bei den Etruskern die untere Spitze, der Buchstabe bekam die Form v. Ebenso änderte sich seine Bedeutung. Das Etruskische kannte auch den dem [u] entsprechenden Halbvokal [w] und der Buchstabe wurde verwendet, um beide Laute zu schreiben.

Lateinisches Alphabet

Das lateinische Alphabet (auch römisches Alphabet genannt) bildet die Grundlage vieler heutiger Alphabete. Einige Sprachen, wie beispielsweise das Englische, benutzen das Alphabet ohne Veränderungen.

Das Schriftzeichen des lateinischen V / U:

Die Römer übernahmen den Buchstaben mit beiden Lautwerten. Geschrieben wurde der Buchstabe ursprünglich in der (von den Etruskern übernommenen) spitzen Form v. In der Spätantike wurde auch eine abgerundete Variante entwickelt, die im Aussehen dem U entspricht. Beide Formen waren austauschbar.

Bis zum 5. Jahrhundert wurde aus dem römischen Halbvokal [w] im Rahmen von Lautwandel der Reibelaut [v]! Als gegen Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. die germanischen Sprachen verschriftet wurden, die über den Laut [w] verfügten, empfand man das Zeichen »V« bzw. »U« als unpassend und schuf stattdessen die Ligatur <uu> bzw. <vv>, woraus sich das heutige W entwickelte.

Das Schriftzeichen des lateinischen W: 

Am Namen des Buchstabens »W« im Englischen, double u (‚doppeltes u‘) bzw. double-u (‚Doppel-u‘), ist dieser Ursprung noch erkennbar.

Der deutsche Laut [w] (ein unsilbisches [u]) vollzog im Mittelalter dieselbe Entwicklung, die der lateinische w-Laut schon in der Spätantike gemacht hatte. Er wurde zu dem Reibelaut [v].

Die englische Sprache bewahrt hingegen bis heute die ursprüngliche Aussprache [w] (unsilbisches [u], ähnlich wie im deutschen Wort Bauer).

 

Hauah

Das Wort »HaUah« ist mit dem zuvor genannen Wort »HaYah« eng verwandt und bedeutet unter anderem »Existieren«, »Sein« und »Atmen«. Zerlegt man das Wort in seine einzelnen Silben erhalten wir die Silben Uah     und Ha.

 

Yahuah

Die Silbe Uah () des Wortes »HaUah« findet man ebenfalls im Gedenknamen Gottes wieder:

Setzt man nun noch die erste Silbe Yah () des Wortes »HaYah« in den Gedenknamen Gottes ein, so ergibt sich der Name Yahuah

Im den folgenden Versen ersetzen wir zum besseren Verständnis dort, wo im Hebräischen das Wort »« zu lesen ist, den Titel HERR mit Yahuah, dem Namen mit dem wir an Gott gedenken sollen.

 

nämlich Yahuah, der Gott der Heerscharen, dessen Gedenkname Yahuah ist. So kehre nun um zu deinem Gott, halte fest an Liebe und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!

-Hosea 12:6

Aber Yahuah ist in Wahrheit Gott; er ist der lebendige Gott und ein ewiger König. Vor seinem Zorn erbebt die Erde, und die Völker können seinen Grimm nicht ertragen.

-Jeremia 10:10

 

Die Betonung

Die Betonung eines hebräischen Wortes lag ursprünglich auf der vorletzten Silbe.

Bei dem Namen Yahuah wäre die vorletzte Silbe gleichzeitig die erste Silbe, nämlich die Silbe Yah. Somit läge bei der Aussprache des Namens Yahuah die Betonung auf der Silbe Yah.

 

»Weil er sich an mich klammert, darum will ich ihn erretten; ich will ihn beschützen, weil er meinen Namen kennt.
Ruft er mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn befreien und zu Ehren bringen.
Ich will ihn sättigen mit langem Leben und ihn schauen lassen mein Heil!«

-Psalm 91:14-16 (Schlachter 2000)

 


Quellen

  • https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/
  • https://biblehub.com/hebrew/3050.htm
  • https://biblehub.com/hebrew/1961.htm
  • https://biblehub.com/hebrew/1933.htm
  • https://de.wikipedia.org/wiki/JHWH
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Hebr%C3%A4ische_Sprache
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Althebr%C3%A4ische_Schrift
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Althebr%C3%A4ische_Grammatik
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Gezer-Kalender
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Waw_(Hebr%C3%A4isch)
  • https://de.wikipedia.org/wiki/U
  • https://de.wikipedia.org/wiki/V
  • https://de.wikipedia.org/wiki/W
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Protosemitisches_Alphabet
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Konsonantenschrift
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%B6nizische_Schrift
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Griechisches_Alphabet
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Altitalisches_Alphabet
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinisches_Alphabet
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_IPA-Zeichen